Die alten Schalbrucher, die nahezu das 19. Jahrhundert miterleben durften, wussten zu berichten vom Torfstechen und Besenbinden, von der Arbeit in Homberg, den Weltkriegen, von Armut und vom Schul- und Kirchenbau. Doch die Geschichte des Ortes fängt Jahrhunderte früher an.

 

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Zeugnisse früherer Jahrhunderte sind einzelne Häuser, die nicht den Kriegen oder dem Abbruch zum Opfer fielen. Aus Archiven weiß man, dass der Ort jedoch älter sein muss, als die ältesten Gebäude dies dokumentieren. Seit 1732 berichten Kirchenbücher urkundlich von Heiraten, Geburten und Sterbefällen in Schalbruch. Um 1550 begann sich die wiedertäuferische Bewegung in Susteren bemerkbar zu machen. Herzog Wilhelm von Jülich schickte deshalb den Aachener Dominikaner Matthias von Sittard in die gefährdeten Ortschaften, um die Einwohner im alten Glauben zu festigen. Der berühmte Redner predigte auch in Schalbruch. Mit der Geschichte der Wiedertäufer könnte die Geschichte Schalbruchs eng verbunden sein. Es ist denkbar, dass sich die Wiedertäufer mit dem Beginn ihrer Verfolgung nach Schalbruch zurückgezogen haben. Obrigkeit und Kirche versuchten mit allen Mitteln, die katholische Ordnung wieder aufzurichten.Von der Natur der Landschaft her bot Schalbruch ein gutes Versteck. Der Ort duckt sich bis heute in einer Talsohle, die eigentlich zur Dorfgründung nicht einladend war. Das Bruch- und Moorgebiet war von jeher eine Zufluchtsstätte für Menschen, die sich verstecken mussten. Die Menschen, die hier von 1550 bis etwa 1650 lebten und an ihrem Glauben festhielten, galten als Narren, weil sie sich der Obrigkeit und der katholischen Kirche standhaft widersetzten. Wegen dieses unbequemen und zuweilen gefährlichen Lebens der Andersgläubigen wurden diese Menschen außerhalb Schalbruchs als jecke "Schauter" betitelt. Der Neckname "Schauterbrook" entstand.Der Name Schalbruch könnte auch schon vor dieser Zeit als Bezeichnung für das Flurgebiet existiert haben, denn die Bewohner der umliegenden Orte schälten - wie später auch die Schalbrucher selbst - hier im Bruch die Rinde der Bäume, um sie  zum Lohgerben zu verwenden. Daher kommt der Name Schalbruch.

Nördlich von Schalbruch befindet sich die Bruchlandschaft mit einem alten Wasserarm der Maas. Die Bruchlandschaft ist Teil des größten, auf niederländischem Gebiet befindlichen Flußmoores der Maas. Vor der Trockenlegung großer Flächen war das Bruch eine einzigartige Naturlandschaft. Im Niederbruch gingen die Einheimischen im vorigen Jahrhundert auf "de deepe Koul" im Winter Eislaufen. Als besondere Attraktion befanden sich auch immer Sittarder Stundenten mit ihren Lehrern auf der Eisfläche.Im Mai schälten die Schalbrucher die  Eichen. Die Rinde lieferte den Lohgerbern die Gerbsäure. Einen Monat später stachen sie in den "Törfkoulen" Torf. Dafür stachen sie viereckige Rasenstücke ab und ließen sie trocknen. Bürgermeister und Polizeidiener übernahmen den Verkauf. Der Torf diente als Heizmaterial.

Die ältesten Personenstandsbücher des Standesamtes Selfkant stammen aus dem Jahr 1798. Der Landstrich stand damals unter französischem Einfluss. 1799 zählten Havert, Isenbruch, Schalbruch und Stein insgesamt 983 Einwohner, davon 300 Kinder unter zwölf Jahren. Einige Männer aus Schalbruch kämpften als Soldaten unter Napoleon. 16 Schalbrucher gehörten der Großen Armee an.

Familienschicksale ...



Kurz nach Erscheinen der vom Förderverein der Schützenbruderschaft St. Peter & Paul ins Leben gerufenen Internetpräsentation (übrigens ist www.schalbruch-online.de bereits seit dem Jahr 2000 online !) über den Heimatort Schalbruch wurden Familienschicksale über dieses Medium ausgetauscht und eine spannende Geschichtsforschung angeregt.

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Familienschicksale
Schalbrucher Emigranten
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Wie alt ist Schalbruch ?
Wo finde ich Schalbruch auf der Landkarte ?
Zeitungsartikel aus Anno Dazumal
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Schalbruch vor dem II. Weltkrieg

Nach dem Wiener Kongress kam das Gebiet zu Preußen. Die Bevölkerungszahl stieg im 19. Jahrhundert in den vier Dörfern auf rund 1200 an. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auch in Schalbruch befestigte Wege und steinerne Wasserableitungskanäle angelegt. Der Haverter Weg entstand als kürzeste Verbindung von Schalbruch zur Pfarrkirche nach Havert. Die Bevölkerung versuchte, das Bruch zu entwässern und zu kultivieren. Der Versuch der Gemeinde Havert im Frühjahr 1857, Hafer, edles Gras und Kleesamen anzubauen, war wetterbedingt nicht von großem Erfolg gekrönt. Im zweiten Jahr erzielte die Gemeinde aber immerhin 1268 Taler aus dem Verkauf des Hafers. Ab 1859 wurden im Niederbruch Korbweiden angepflanzt. Wegen Unrentabilität wurde dieser Versuch nach einigen Jahren eingestellt. Die national-sozialistische Regierung legte später ein besonderes Augenmerk auf die Trockenlegung des Bruches und setzte den Reichsarbeitsdienst für die Regulierungs- und Entwässerungsarbeiten ein. In mühevoller Arbeit wurde das Bruch urbar gemacht, Moorflächen in Weide- und Ackerland umgestaltet.

 

Zu Ehren der Schmerzhaften Mutter wurde im Jahr 1859 die Kapelle am Ostende des Dorfes erbaut. Bereits fünf Jahre zuvor hatte die Gemeinde Havert den Geschwistern Lemmens für fünf Taler und 15 Groschen ein Terrain von fünf Ruthen und 90 Fuß für die Errichtung eines Gotteshauses überlassen. Die Dorfgemeinschaft des Oberdorfes buk für die Kapelle aus heimischer Tonerde die Ziegelstücke.
Gefeiert wurden in der Kapelle Stiftungsmessen und Messen zu besonderen Anlässen. Außerdem traf sich die Bevölkerung hier zum Rosenkranzgebet. Für die Sonn- und Werktagsmessen mussten die Schalbrucher allerdings weiterhin zur Pfarrkirche nach Havert gehen.
Ab 1906 wurde für die Schalbrucher Schulkinder eine Werktagsmesse eingerichtet. 1930 wurde die Kapelle trotz Finanzierungsschwierigkeiten restauriert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sammelte der Kapellenverein, bestehend aus Josef Pennartz, Theo Koken, Peter Küppers, Karl Deckers, Küster Heinrich Meuffels und Leonard Neutgens, im Dorf Geld für die Restaurierung und Erweiterung des Gotteshauses. Und die Schalbrucher zeigten sich spendabel. Es kam genügend Geld zusammen, um die Kapelle zu sanieren und eine Sakristei anzubauen.
Als das Allerheiligste 1952 in die Kapelle kam, standen die Schützen unser Bruderschaft 24 Stunden Wache. Die Einwohnerzahl des Ortes wuchs von Jahr zu Jahr, so dass das Gotteshaus für den sonntäglichen Gottesdienst zu klein wurde.
Allerdings erwies sich der Bauplatz an der Kapelle für einen weiteren Ausbau ungeeignet und die veranschlagten Kosten für die Umbauten als zu hoch. Die Idee wurde geboren, eine eigene größere Kirche zu bauen.

1964 bildete sich im Ort ein Bürgerausschuß, der sich mit dem Neubau einer Kirche befasste. Er musste viele Hürden überwinden. Monatlich wurden Haussammlungen abgehalten. Für den Bau spendeten die Schalbrucher 150.000,00 DM. Als Motor des Kirchenbaues ging Josef Pennartz, Vorsitzender des Bürgerausschusses, in die Schalbrucher Geschichte ein. Erst 1973 waren alle Hürden aus dem Weg geräumt, der Kirchenvorstand der Pfarre Havert gab grünes Licht für die Baumaßnahme. Die Gemeinde Selfkant stellte das Grundstück zur Verfügung, das Bistum Aachen übernahm einen Zuschuss in Höhe von 571.000,00 DM. 1975 wurde schließlich mit dem Neubau begonnen.
Am 1. Mai 1976 wurden die neue Kirche und die neue, 250 Kilogramm schwere Glocke - sie wurde von der Bürgergemeinschaft Schalbruch finanziert und trägt die Inschrift "Christus unser Friede" auf der Vorderseite und "Stiftung der Bürgergemeinschaft Schalbruch 1976" auf der Rückseite - geweiht.Dem Architekten war ein architektonisch bemerkenswertes Bauwerk gelungen, das außen und innen beeindruckt. Ein 56 Zentner schwerer Granit-Altar bestimmt das innere Bild der Kirche, die neben dem Raum für die Sonntags- und dem Raum für die Werktagsgottesdienste eine Sakristei und einen Nebenraum für Versammlungen enthält.

Die 1859 erbaute Kapelle Die 1976 erbaute Kirche St. Peter & Paul

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Schalbruch an der Schulstraße ein Ehrenmal zum Gedenken der Kriegsopfer und der Opfer von Verbrechen errichtet. Da in unmittelbarer Nähe ein Saal gebaut wurde, verlangte der Pfarrer der Pfarrei Havert im Jahr 1933 die Verlegung des Ehrenmals an die heutige Stelle zwischen unterer und oberer Hochstraße.

Das Ehrenmal behielt bis heute seine Bedeutung als Gedenkstätte der Schalbrucher, die es regelmäßig restaurierten. Mehrmals im Jahr trifft sich hier die Bevölkerung zum Gebet.

 

Bis ins Jahr 1900 mußten die Kinder aus Schalbruch in Havert zur Schule gehen. Die dortige Raumnot und die Forderungen der Eltern bewogen den Gemeinderat 1899, in Schalbruch eine zweiklassige Volksschule sowie eine Lehrerdienstwohnung zu errichten. Die Schalbrucher Dorfgemeinschaft mußte an die Gemeinde Havert 90 Hektar Bruchland für den Bau der Schule abtreten. Der Bau schritt rasch voran, so daß zu Ostern 1900 der Unterricht aufgenommen wurde. Im Schuljahr 1967/68 wurden die Isenbrucher Kinder in die Volksschule Schalbruch integriert, ab August 1968 auch die Kinder aus Havert und Stein. Die Jahrgänge eins, drei, fünf und sechs wurden in Schalbruch, die Klassen zwei, sieben und acht wurden in Isenbruch unterrichtet. Mit der Fertigstellung der Hauptschule in Höngen wurde 1971 die alte Volksschule aufgelöst, die Jahrgänge fünf bis acht wurden der Hauptschule zugeführt. Seit dem Schuljahr 1975/76 sind die Grundschulen Saeffelen und Schalbruch organisatorisch als Grundschule Selfkant II zusammengelegt.

Fast 100 Jahre nach dem Bau der Schalbrucher Schule wurde das Schulhaus von Grund auf saniert und um einen Erweiterungsbau vergrößert. Der bisherige Kinderspielplatz wurde in das Schulgelände integriert. Der Erweiterungsbau wurde am 27. Oktober 1996 eingeweiht. Die Schule wird heute als vierklassige Grundschule genutzt.

Die Grundschule vor ... und nach der Renovierung  

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden viele Schalbrucher Arbeit beim Glanzstoffwerk in Oberbruch, das 1910 seine Tore öffnete. Turbulent verlief die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Kurze Zeit nach den Wiederaufbauarbeiten erfaßte eine Inflation das Land. Ende 1923 war die Geldentwertung in Deutschland so weit fortgeschritten, daß ein Gulden 18000 Reichsmark kostete. Viele Schalbrucher versuchten, in den niederländischen Kohlegruben und Ziegeleien sowie in der dortigen Landwirtschaft Arbeit zu finden.Während des Zweiten Weltkrieges mußten viele Schalbrucher als Soldaten in den Krieg. Als die Front näher rückte, wurde die Bevölkerung in die benachbarten Niederlande und bis nach Thüringen evakuiert. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges lag Schalbruch vier Monate lang im Frontgebiet. Durch den anhaltenden Beschuß wurde fast jedes Haus beschädigt. Viele Schalbrucher verloren im Krieg und in der Gefangenschaft ihr Leben. Ihre Namen sind auf dem Ehrenmal zu lesen. Eine rege Bautätigkeit setzte nach dem Krieg während der niederländischen Auftragsverwaltung (1949 bis 1963) ein. Völlig neu erschlossen wurde dabei ein ganzes Waldgebiet, im Volksmund "de Busch" genannt. Die Straßen erhielten in dieser Zeit eine Teerdecke.
1963 endete die niederländische Auftragsverwaltung. Bei den Kommunalwahlen 1963 wurde der Schalbrucher Franz Diecks Bürgermeister der Gemeinde Havert. 1966 wurde Schalbruch an das Wasserleitungsnetz angeschlossen.

Der 1974 erbaute Kindergarten

1974 erhielt Schalbruch - heute in unmittelbarer Nachbarschaft von Schule und Kirche gelegen - einen Kindergarten, hinter dem schließlich der Dorfplatz entstand. Die Pflasterung der Wege rund um Kirche und Kindergarten vollbrachten die Schalbrucher in Eigenleistung.Neben den Schalbrucher Kindern besuchen auch Kinder aus den Nachbarorten Isenbruch, Havert und Stein den Kindergarten. In Eigenleistung gestalteten Eltern und freiwillige Helfer das Außengelände.Die Dorfvereine haben in jüngster Vergangenheit am Kindergartenkeller eifrig Hand an gelegt, so daß hier ein Jugendheim entsteht und ein weiterer Raum ebenfalls für Vereins- und Dorfzwecke genutzt werden kann.Eine weitere Errungenschaft der 70er Jahre ist der Schalbrucher Friedhof. Zu dieser Einrichtung meinte der ehemalige Bürgermeister Heynen beim Schützenfest 1978 in Schalbruch: "Auf dem eher kargen unansehnlichen Heisberg wurde einer der schönsten Friedhöfe der Gemeinde Selfkant angelegt.
1977 erfolgten in Schalbruch umfangreiche Erschließungsmaßnahmen mit Kanal- und Straßenbau. Der Haverter Weg als einzig verbliebene Ortszufahrt für den öffentlichen Verkehr wurde begradigt.

 

Rund um das Eiländchen nordwestlich vom Ort, unterhalb des Rastbergs gelegen, erstreckt sich heute in Richtung Echt ein ausgedehntes Naturschutzgebiet. Vor allem Wanderer und Radfahrer nutzen das Bruchgebiet und den Wald, der sich über die Grenze hinweg auf niederländischem Gebiet fortsetzt, zur Erholung.

 

Die höchsten Erhebungen von Schalbruch befinden sich in einer Höhe von 30 bis 55 Meter über dem Meeresspiegel.Schalbruch bietet jedem Wanderer und Erholungssuchenden eine wunderbare Flora und Fauna.Unsere Heimat - Schalbruch - hat zur Zeit rund 1000 Einwohner. Nur noch wenige sind in der heimischen Landwirtschaft beschäftigt. Auch der Bergbau hat sich aus der Region zurückgezogen. Mit der entstandenen beruflichen Vielfalt verbunden, ist es heute für den Großteil der Schalbrucher selbstverständlich, zum Teil weite Wege zum Arbeitsplatz auf sich zu nehmen. Zugenommen hat mit diesem wirtschaftlichen Wandel aber auch der Wohlstand. Das kulturelle Dorfleben wird heute nicht nur durch den Kindergarten, durch die Schule oder die Kirche, sondern insbesondere durch die Ortsvereine geprägt.